Das Konzept: 1 Bild statt 1000 Worte


Business Process Model and Notation (BPMN)  –  zu Deutsch: Modell und Notation von Geschäftsprozessen  –  ist eine grafische Spezifikationssprache zur Dokumentation von Geschäftsprozessen und Arbeitsabläufen. BPMN bedient sich symbolischer Zeichen (Notation), um Dinge und Abläufe in grafischer Form abzubilden, zu „notieren“. Der Notation zugrunde gelegt ist deren Bedeutung. Diese Bedeutungen zusammengenommen sind das Modell, das alle relevanten Inhalte von Geschäftsprozessen enthält. „Modell und Notation“ ist wie eine bildhafte Kurzschrift und begegnet uns auch in anderen Zusammenhängen, beispielsweise bei der Regelung des Straßenverkehrs durch Verkehrszeichen oder bei der Aufzeichnung eines Musikstücks durch Noten.


Die Verständlichkeit: international


BPMN ist ein ISO-Standard, der sich durchgesetzt hat. Sie wurde in der ISO/IEC 19510:2013 zum internationalen Standard erhoben. Dadurch ist es möglich, eine gemeinsame Sprache mit unzähligen Fachexperten in aller Welt zu sprechen. Innerhalb des Unternehmens wird der Wissensaustausch zwischen Fachabteilungen und IT-Abteilung erleichtert.


Der Wettbewerbsfaktor: effektive Prozesse für Qualität


Die Qualität der eingesetzten Geschäftsprozesse bestimmt die Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Das Bewusstsein für diesen Zusammenhang nimmt in Unternehmen und öffentlicher Verwaltung stetig zu. Denn intelligente, effektive Prozesse sind ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Diese Prozesse können sehr komplex werden und sich über viele beteiligte Parteien erstrecken. Hierzu gehören nicht nur unternehmensinterne Abteilungen und Teams, sondern auch Kunden, Lieferanten und Kooperationspartner. Mit BPMN kann der Steuerungs- und Nachrichtenfluss zwischen diesen Beteiligten visualisiert und verbessert werden.


Der Kommunikationsvorteil: kurz und präzise


Geschäftsprozesse müssen so optimiert werden können, dass sie schnell und kosteneffizient sind. Gleichzeitig müssen auch Mitarbeiter diese einfach begreifen und ändern können. Dieser Spagat kann nur mit einer professionellen Herangehensweise bei der Entwicklung und Dokumentation der Prozesse gelingen. Ausschlaggebend beim Prozessdesign ist somit, welcher „Werkzeugkasten“ zum Einsatz kommt. Denn heutzutage dokumentieren viele Unternehmen ihre Geschäftsabläufe immer noch als reine Textdokumente. Dank BPMN lassen sich Prozesse wesentlich exakter und schneller mit Hilfe symbolischer Zeichen beschreiben. Außerdem können diese Zeichen so ergänzt werden, dass sich daraus Steuerinformationen für das Workflow ableiten lassen.


Die Darstellung: Schritt für Schritt


BPMN verschafft einen klaren Blick auf die einzelnen Prozesse. Durch eine übersichtliche Schritt-für-Schritt-Darstellung von Abläufen wird das Prozessmanagement leicht verständlich gemacht. Ein reicher Sprachschatz an grafischen Elementen ermöglicht dem Prozessgestalter, genau das auszudrücken, was er sagen möchte. Auf der Suche nach der richtigen visuellen Darstellung muss der Prozessgestalter die Symbolsprache verwenden. Er ist somit gehalten, sich grundsätzlich mit den Abläufen intensiv auseinanderzusetzen, und kann dadurch Designfehler erkennen.


Der Seminarschwerpunkt: Übungen an Praxisbeispielen


Übungen bilden den Schwerpunkt des Seminars. Visuelles Design kann nur durch praktisches Üben erlernt werden. In kleinen Arbeitsgruppen entwerfen Sie anhand typischer Aufgabenstellungen eigene Prozesse. Am Beispiel einer durchgängigen Fallstudie (digitale Prozesse eines Kreuzfahrtanbieters) bauen Sie Ihre Fähigkeiten Stück für Stück aus. Anhand des Softwarewerkzeugs Bizagi™ erlernen Sie dann in Einzelübungen die Prozesserstellung am PC. Der Wechsel zwischen diesen und weiteren übungsmethoden sorgt dafür, dass Ihnen nicht langweilig wird. Darüber hinaus lernen Sie während der übungen Fallstricke aus der Praxis kennen und erfahren dabei, wie Sie diese umgehen. Hierbei gehen wir auch auf wichtige praktische Aspekte ein, über die sich der ISO-Standard ausschweigt und auch Lehrbücher nicht viel zu sagen haben.




Seminar - Infos
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  • Seminarbezeichnung: Geschäftsprozessmodellierung mit BPMN
  • Seminardauer: 3 Tage
  • Beginn am ersten Schulungstag: 10 Uhr
  • Teilnahmevoraussetzungen: keine spezifischen Voraussetzungen; notwendig ist jedoch ein gutes generelles Verständnis für Prozessabläufe und Softwaresysteme
  • Abschluss: Teilnahmezertifikat
  • Kosten pro Teilnehmer: 1.480 € zzgl. MwSt.
  • Nächster Termin: 05.12.- 07.12.2018
  • Veranstaltungsort: Nürnberg (offenes Seminar)
  • Seminarleiter: Florian Werner-Jäger, Diplom-Informatiker (mehr Infos)



Die Seminarinhalte
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  • Wesentliche Begriffe und Konzepte für das Management von Geschäftsprozessen
  • Leitprinzipien von BPMN
  • Beschreibung von Ereignissen (Events)
  • Beschreibung von Aufgaben (Tasks)
  • Workflowsteuerung über Verzweigungen (Gateways)
  • Wiederverwendbare Prozessbausteine (z. B. Call-Activities)
  • Komplexe Abläufe, die sich über verschiedene Abteilungen und Organisationen erstrecken (Pools und Lanes)
  • Interaktion zwischen Kunde und Unternehmen richtig darstellen
  • Bewährte Lösungsmuster für häufig wiederkehrende Problemstellungen
  • Ratschläge für die erfolgreiche Einführung von BPMN im Unternehmen